8. April 2026

Hund und Kinder - so sorgst Du für Harmonie


Hunde lassen nicht nur die Herzen von Erwachsenen aufgehen, sondern sind auch für
viele Kinder ein Traum. Und zwar einer, der oft genug wahr wird. Immerhin in einem
Viertel der deutschen Haushalte mit Kindern unter 14 Jahren lebt auch mindestens ein
Hund. Und das ist eine gute Sache, denn Hunde und Kinder können im Idealfall sehr
voneinander profitieren und eine Menge voneinander lernen. Doch damit das
Zusammenleben der quirligen Zwei- und Vierbeiner auch reibungslos funktioniert und
gerade kleine Kinder von Hunden als „Rudelmitglieder“ akzeptiert werden, ist eine
Menge Erziehung, Vorbereitung, Verständnis und Konsequenz erforderlich. Andernfalls
werden aus simplen Missverständnissen im schlimmsten Fall tragische Bissvorfälle. Wie
Du das verhinderst und für ein harmonisches Familienleben mit Hund und Kind sorgen
kannst, verrate ich Dir hier.


Positive Auswirkungen von Hunden auf Kinder

Hunde und Kinder sind eigentlich wie füreinander gescha􀆯en. Beide sind verspielt,
neugierig, interessieren sich für ihre Umwelt und für die „einfachen“ Dinge des Lebens
wie Geborgenheit, Sicherheit, soziale Interaktion und natürlich gutes Essen. Beste
Voraussetzungen, um sie für Deine Kinder zu den idealen Partnern und Spielgefährten zu
machen. Doch nicht nur dass – Hunde können Kindern sogar dabei helfen, bessere,
gesündere und glücklichere Menschen zu werden. Dazu gibt es sogar eine Reihe von
wissenschaftlichen Untersuchungen. Vor allem in zwei Bereichen haben Hunde positive


Auswirkungen auf Kinder:
Körperliche und seelische Gesundheit
Wenn Kinder mit Hunden Gassi gehen und zum Beispiel im Park oder Garten Tricks
üben, sorgt das automatisch für Bewegung an der frischen Luft, was ihnen
gesundheitlich sehr guttut. Auch Allergien werden unwahrscheinlicher, wenn Kinder mit
Hunden aufwachsen, da sie so früh gegen Allergene desensibilisiert werden. Das gilt
nicht nur für Allergien gegen Hunde, sondern auch für andere Allergieformen wie
Pollenallergien. Vor allem jedoch stärken Hunde die psychische Gesundheit von
Kindern. Sie geben ihnen emotionale Unterstützung im Alltag, helfen dabei, Stress
abzubauen und sind hervorragende Zuhörer und Trostspender.


Emotionale Entwicklung
Schon früh können Kinder eine starke emotionale Bindung zu „ihrem“ Hund aufbauen.
Auf diese Weise lernen sie, dass andere Lebewesen ebenfalls Bedürfnisse haben. Sie
begreifen, dass sie rücksichtsvoll, unvoreingenommen und verantwortlich mit ihnen
umgehen müssen, wenn sie wollen, dass es den von ihnen so geliebten Tieren gutgeht.
Anders ausgedrückt: Sie lernen Empathie. Und das nicht nur mit dem Familienhund und
mit anderen Tieren, sondern auch mit Menschen. Hunde sind also ideale und praktische
Lehrer, wenn es um soziale Kommunikation und Interaktion geht. Die Vierbeiner helfen
Deinen Kindern so auch im späteren Leben verantwortungsvoll zu handeln, glücklich zu
sein, erfüllende Beziehungen zu pflegen und mit anderen gut zurechtzukommen.


Die gegenseitige Bindung fördern

Doch was kannst Du selbst tun, um diese positive Interaktion zwischen Hunden und
Kindern zu fördern? Zum einen kann das geschehen, indem Du für gemeinsame
Aktivitäten und Unternehmungen sorgst. Beispielsweise mit Ausflügen ins Grüne oder
Spaziergängen mit der ganzen Familie. Zum anderen kannst Du Deinem Kind bzw.
Deinen Kindern helfen, mehr über Hunde und ihr Wesen zu lernen. Bei kleinen Kindern
geht das gut über Bilderbücher oder auch durch Malen und Basteln. Älteren Kindern
kannst Du zusätzlich kindgerechte Bücher zum Thema „Hund“ zu lesen geben oder sie
Online-Lehrgänge und Dokumentationen über die Tiere verfolgen lassen. So verstehen
sie noch besser, das Verhalten und die Bedürfnisse von Hunden einzuschätzen. Die
beste Methode ist aber immer noch, Deine Kinder ganz aktiv in die Erziehung Deines
Hundes einzubinden. Schon ab etwa acht Jahren können Kinder Hunden zum Beispiel
neue Tricks beibringen, Such- und Intelligenzspiele mit ihnen spielen oder sich an der
Fellpflege beteiligen. Damit das aber möglichst sicher und risikoarm abläuft, solltest Du
einige Regeln befolgen.


Zusammenleben von Hunden und Kindern: Was Du beachten musst

Noch vor der Geburt Deines Kindes oder der Ankunft Deines neuen Hundes solltest Du
Dir Gedanken machen, wie Du für ein möglichst reibungsfreies Zusammenleben
zwischen Deinen Schützlingen sorgen kannst. Dabei darfst Du nicht vergessen, dass das
Kräfteverhältnis zwischen Hunden und Kindern besonders im Kleinkindalter alles andere
als ausgeglichen ist und dass Du Dein Kind im Notfall auch vor Deinem Hund schützen
musst. Umgekehrt musst Du auch verhindern, dass Dein Hund sich von Deinem
manchmal vielleicht etwas zu aufdringlichem Nachwuchs bedroht fühlt und im
schlimmsten Fall mit Knurren oder sogar Bissen reagiert. Um den Hausfrieden zwischen
Menschen und Tier zu wahren, solltest Du die folgenden Grundsätze deshalb unbedingt
beherzigen:


Aktive Aufsicht
Wichtiger als alles andere ist, dass Du Hunde und Kinder nie unbeaufsichtigt lässt. Das
heißt natürlich nicht, dass Deine Zwölfjährige nicht mal allein mit dem Hund Gassi
gehen kann, der schon seit Jahren bei Euch lebt. Aber gerade, wenn Hunde und Kinder
noch jung sind oder sich noch nicht lange kennen, ist es besser, immer ein Auge auf sie
zu haben. Aktive Aufsicht bedeutet hier aber nicht, nur dabeizustehen, sondern auch
aktiv auf Warnsignale des Hundes sowie auf das Verhalten des Kindes zu achten und
möglichst schon einzugreifen, bevor es kritisch wird und erzieherisch zu korrigieren. Nur
so lernen Kind und Hund, wie sie konfliktfrei miteinander umgehen können.


Rückzugsräume schaffen
Hunde brauchen ihre Privatsphäre, die auch Kinder respektieren und akzeptieren
müssen. Das gilt besonders, wenn sie fressen oder schlafen, denn in diesen Situationen
ist das Aggressionspotenzial am höchsten. Mache deshalb bestimmte Bereiche Deiner
Wohnung zu festen Fress- und Ruhezonen für Deinen Hund, in denen er auf keinen Fall
gestört werden darf. So kann er besser entspannen und sich dort einfach zurückziehen,
wenn er einmal vom Temperament Deines Kindes oder generell vom Trubel des
Familienalltags überfordert ist. Damit Dein Hund diese Bereiche aber auch als sichere
Rückzugsorte anerkennt, musst Du gut darauf achten, dass er dort möglichst nicht
behelligt wird. Weder von Deinen Kindern noch von Dir oder anderen Bewohnern.


Regeln definieren

Es ist entscheidend, schon von Anfang an klare Umgangsregeln zu definieren. Welches
Spielzeug gehört dem Hund? Welches dem Kind? Wann darf mit dem Hund gespielt
werden und wann bekommt er seine Ruhe? Wie soll sich Dein Kind verhalten, wenn es
auf den Hund zugeht? Schreibe all diese Regeln am besten auf und hänge die
wichtigsten davon gut sichtbar in Deiner Wohnung auf. So wird die ganze Familie immer
daran erinnert. Du kannst diese Leitlinien natürlich auch mit Deinem Kind bzw. Deinen
Kindern gemeinsam aufstellen und diskutieren, was der Akzeptanz ganz sicher
zuträglich sein wird. Wichtig ist in jedem Fall, dass Du die aufgestellten Regeln ebenfalls
konsequent befolgst: Immerhin willst Du ja ein gutes Vorbild sein.


Was Kinder lernen müssen
Vorderstes Ziel der Erziehung Deiner Kinder in Bezug auf Hunde sollte es sein, dass sie
sie als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen wahrnehmen. Entsprechend
sollten sie sie auch behandeln und sie keinesfalls als Sto􀆯tiere betrachten. Auch sollten
Deine Kinder einzuschätzen lernen, wann die Körpersprache des eigenen oder fremden
Hundes signalisiert, dass sie ihn lieber in Ruhe lassen und sich entfernen sollten.
Grundsätzlich sollten Deine Kinder die folgenden Verhaltensregeln verinnerlichen:
- niemals einen Hund beim Fressen oder Schlafen stören
- Hunde nicht gegen den Strich streicheln, umarmen oder küssen. Dies gilt für sie
nicht als Liebesbeweis, sondern ist ihnen unangenehm
- den Hund nie eigenständig bestrafen
- sich Hunden nie schnell und hektisch nähern
- dem Hund keine Spielzeuge oder andere Gegenstände wegnehmen, die er im
Maul hält oder für sich beansprucht hat
- den Hund nicht erschrecken oder bedrängen
- Hunde nicht zwicken, schlagen, piksen oder zu wild mit ihnen spielen
- bei fremden Hunden vor dem Streicheln immer die Erlaubnis des Halters
abwarten

Gerade ältere Kinder können auch lernen, Verantwortung für Hunde zu übernehmen und
ihre Eltern bei der Erziehung und Pflege zu unterstützen. Zumindest anfangs sollte das
aber immer auch unter Deiner Aufsicht geschehen


Was Hunde lernen müssen
Doch nicht nur Kinder müssen beim Thema „Hund“ die Schulbank drücken. Auch
Hunde haben einiges zu lernen, was das angemessene Verhalten gegenüber den jungen
Zweibeinern betri􀆯t. Denn ihr instinktiver Umgang mit Kindern kann durchaus
problematisch sein. So ist es nicht auszuschließen, dass sie Kinder als Welpen
betrachten, die sie auch mal maßregeln dürfen. Ein solches Verhalten musst Du
natürlich direkt unterbinden, wenn Du es beobachtest. Dabei musst Du Deinen eigenen
Hund genauso kritisch betrachten wie fremde Hunde – auch, wenn es schwerfällt. Denn
die Risiken, die für Kinder von den eigenen Hunden ausgehen, werden gerne
unterschätzt, wie auch eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt.
Diese Gefahren kannst Du aber leicht minimieren, wenn Du Deinen Hund konsequent
erziehst und ihm – selbstverständlich ohne Gewalt und Aggression – klare Regeln und
Grenzen aufzeigst.


Ziel der Hundeerziehung ist es, eine stabile Rangbeziehung zu etablieren und dem Hund
zu vermitteln, dass er nicht für die Erziehung Deiner Kinder zuständig ist. Sehr nützlich,
um potenziell gefährliche Situationen zu entschärfen, ist auch das „Aus“-Kommando.
Dieses sollte Dein Hund unbedingt beherrschen, damit er etwa Kinderspielzeuge, die er
sich frecherweise geschnappt hat, freiwillig wieder hergibt, bevor Dein Kind auf die
gefährliche Idee kommt, es sich selbst wiederzuholen. Wie immer gilt: Solltest Du mit
der Hundeerziehung einmal nicht weiterkommen, ist es immer besser einen
Hundetrainer hinzuziehen. Ganz besonders, wenn es um das Wohl Deiner - aber auch
fremder - Kinder geht.

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