7. April 2026

Vorsicht an warmen Tagen

Hunde schwitzen nicht wie Menschen über die Haut - sie können sich nur mit Hilfe der
Schweißdrüsen an ihren Ballen oder durch Hecheln abkühlen. Darum sind die
Vierbeiner bei hohen Temperaturen leider auch anfällig für Überhitzung.

  1. Lass Deinen Hund nicht im Auto zurück
    Leider sind sich noch immer nicht alle Hundehalter dieses Risikos bewusst, und
    mussten auch dieses Jahr schon wieder mehrfach Hunde in letzter Minute aus
    überhitzten Autos befreit werden. Noch häufig wird unterschätzt, wie schnell sich ein
    (geschlossenes) Auto in der Sonne aufwärmen kann. Auch ohne tropische Außen-
    Temperaturen kann es im Inneren im Handumdrehen tropisch warm werden. Wenn
    draußen beispielsweise 24 °C sind, kann die Innentemperatur in einem geschlossenen
    Auto innerhalb von 10 Minuten schon 34 °C erreichen, und nach einer halben Stunde
    sogar 43 °C! Selbst geö􀆯nete Fenster oder Schattenplätze können dem nur wenig
    entgegenwirken. So kann ein kurzer Abstecher in den Supermarkt bereits fatale Folgen
    haben. Schließlich gibt es verschiedene Hilfsmittel, die für zusätzliche Kühlung sorgen
    können, wie z. B. eine spezielle Kühlmatte, ein Kühlband oder eine Kühlweste.
  2. Vermeide körperliche Anstrengung
    Wenn es draußen heiß ist, wird uns oft geraten, Sport und andere anstrengende
    körperliche Tätigkeiten auf ein Minimum zu beschränken – und das gilt ebenso für
    Hunde. Lass Deinen Hund bei Hitze also nicht neben dem Fahrrad her rennen und
    vermeide lange Spaziergänge. Zudem solltest Du den Spaziergang nicht zum wärmsten
    Zeitpunkt des Tages einplanen (mittags), sondern lieber früh morgens oder später am
    Abend. Um Anstrengung nicht zu stimulieren, kannst Du auch Stöckchen und Bälle
    besser zu Hause lassen.,
  3. Achte darauf, wo Du Spazieren gehst
    Asphalt und Sand wärmen sich in der Sonne schnell auf und können glühend heiß
    werden. Jeder, der manchmal barfuß am Strand läuft, weiß wie sich das anfühlt – und
    Hunde empfinden die Hitze genauso. Asphalt beispielsweise erwärmt sich in der Sonne
    bei einer Außentemperatur von 25 °C auf bis zu 50 °C. Bei Sommerhitze mit über 30 °C
    kann Asphalt selbst eine Temperatur von 60 °C erreichen. Wenn Du mit Deinem Hund
    Gassi gehst, solltest Du Asphalt in voller Sonne also vermeiden, und lieber auf dem
    Gras laufen. Als Faustregel gilt: ist der Boden zu heiß, um die bloße Hand darauf zu
    legen, dann eignet er sich auch nicht für Deinen Hund.
  4. Sorge für ausreichend Schatten und Abkühlung
    Wenn es draußen so richtig heiß ist, sollten im und um das Haus gewisse
    Vorsorgemaßnahmen getro􀆯en werden. Lass Deinen Hund zum Beispiel nicht zu lange
    in der Sonne liegen, auch nicht wenn er das selbst so möchte. Wenn die Sonne direkt in
    Ihren Garten scheinen kann, müssen zudem ausreichend Schattenplätze gescha􀆯en
    werden – mit Hilfe eines Sonnenschirms, einer o􀆯enen Garage oder Gartenhütte zum
    Beispiel. Stelle ausreichend Trinkwasser mit Zimmertemperatur (nicht eiskalt) zur
    Verfügung. Außerdem gibt es diverse praktische Hilfsmittel, die DeinemHund
    zusätzliche Abkühlung ermöglichen können, wie beispielsweise eine Kühlmatte,
    ein Kühlhalsband oder eine kühlende Jacke.
  5. Haut- und Fellpflege
    Hautstellen mit wenig Fell – wie Nase, Ohrenränder, Bauch oder Oberschenkel – können
    schnell verbrennen. Darum solltest Du abwägen, diese Körperstellen mit spezieller
    Sonnencreme für Hunde einzuschmieren. Regelmäßiges Bürsten des Hundes entfernt
    wiederum lose Haare aus dem Unterfell, sodass die Körperwärme einfacher entweichen
    kann. Bei manchen Hunden kann es sogar ratsam sein, das Tier zu scheren (lass
    Dich hierzu von einem Hundesalon beraten).
  6. Vorsicht bei Risikogruppen
    Genau wie bei Menschen gibt es auch bei Hunden Typen, die besonders empfindlich auf
    Sonne und Wärme reagieren. Hunde mit kurzen Nasen wie Bulldoggen, Boxers oder
    Mopshunde haben beispielsweise ein größeres Risiko auf Überhitzung. Aber auch
    Hunde mit Übergewicht, ältere Hunde und Welpen sind gefährdet. Gleiches gilt für
    Vierbeiner mit dunklem und / oder dickem Fell.
  7. Strand und Erholungsgebiete
    Bevor Du an warmen Tagen den Strand oder ein Erholungsgebiet aufsuchen, solltest Du
    Dich informieren, ob Hunde an diesem Ort erlaubt sind. Vor allem Strände können in
    den Sommermonaten für (freilaufende) Hunde gesperrt sein. Wenn Dein Vierbeiner
    mitkommt, solltest Du zudem nicht vergessen, einen Sonnenschirm oder ein Strandzelt
    für ausreichend Schatten mitzunehmen. Auch eine Decke ist wichtig, damit Dein Hund
    nicht auf dem heißen Sand liegen muss. Durch Schwimmen kann Dein Vierbeiner
    wirkungsvoll und mit Spaß abkühlen, aber hier ist auch Vorsicht geboten: trinkt Dein
    Vierbeiner das Salzwasser, können ernsthafte Magen-Darm-Probleme die Folge sein.
    Daher ist das Mitnehmen von ausreichend Trinkwasser unerlässlich! Hierfür eignen
    sich praktische zusammenklappbarer Trink- und Futternäpfe für unterwegs, oder ein
    Trinknapf mit einer integrierten Wasserflasche.
  8. Vorsicht vor Blaualgen und Botulismus
    In Erholungsgebieten findet man häufig stehendes Wasser vor. Hierin können bei
    Temperaturen von 20-30 °C Blaualgen entstehen, die für Mensch und Tier giftige
    Wasserbakterien sind. Wenn solch verunreinigtes Wasser über den Mund (oder das
    Maul) aufgenommen wird, kann das zu unter anderem Magen-Darm-Beschwerden,
    Hautausschlag und Irritationen der Schleimhäute führen. Zudem entsteht bei hohen
    Temperaturen das Risiko von Botulismus. Die Bakterien (Clostridium Botulinum) , die
    diese Vergiftung verursachen, kommen im Darmkanal von Vögeln und Fischen vor.
    Sobald ein Vogel oder Fisch stirbt und der Kadaver in warmem, stehendem Wasser
    liegen bleibt, kann das Gewässer mit Toxinen dieser Bakterien verseucht werden.
    Hunde, die in verseuchtem Wasser schwimmen oder es trinken, können so wiederum
    krank werden. Mögliche Symptome einer Botulismus-Infektion sind starke Magen-Darm-
    Beschwerden, Muskelschwäche, Lähmung und schließlich im schlimmsten Fall das
    Sterben des Tieres. Versichere Dich daher immer, dass das Wasser, in dem Dein Hund
    schwimmen lässt, sauber ist.

Was tun bei Überhitzung?
Ist ein Hund überhitzt, so lässt sich dies an den folgenden Symptomen erkennen:
starkes Hecheln, Trägheit, erhöhte Körpertemperatur (über 39 °C), manchmal auch
Erbrechen und Sabbern. Bringe Deinen Hund in solch einem Fall so schnell wie möglich
in den Schatten und kühle ihn mit Hilfe von kühlen nassen Tüchern ab (alle paar Minuten
frische, kühle Tücher benutzen). Lege das nasse Handtuch am besten gegen den
unbehaarten Bauch. Hinweis: Bedecke den Hunde nicht komplett mit nassen Tüchern,
denn dann kann der Hund seine Körperwärme nicht regulieren. Sollte die Möglichkeit
bestehen, dann lass den Hund schwimmen oder im Wasser liegen und kontaktiere
gleichzeitig schnellstmöglich Ihren Tierarzt!

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