7. April 2026
Milben beim Hund
Welche Milbenarten gibt es und woher kommen sie?
Raub- und Räudemilben
Es gibt sowohl ansteckende als auch nicht ansteckende Hundemilben. So können
beispielsweise Sarcoptesmilben, auch bekannt als Räudemilben, und Cheyletiellen,
auch Raubmilben genannt, von Hund zu Hund oder von Wildtieren wie Füchsen auf
Hunde überspringen.
Es gibt verschiedene Unterarten von Milben, die unterschiedliche Hundekrankheiten
auslösen können. Zu den wohl häufigsten Milben bei Hunden zählen neben den
erwähnten Raub- und Räudemilben auch Haarbalg- und Demodexmilben, die das
bekannte Hundeleiden Demodikose, eine parasitäre Hauterkrankung, auslösen. Diese
Milben können schon bei der Geburt von der Hündin auf die Welpen übertragen werden.
Zu den Räudemilben gehören auch die mitunter am weitesten verbreiteten Ohrmilben,
die, wie der Name verrät, in erster Linie die Ohren des Tieres angreifen. Die Weibchen
bohren sich unter die Hundehaut und legen dort die Milbeneier ab.
Grasmilben
Auf Wiesen und in Wäldern findet man hierzulande auch häufig die sogenannten
Grasmilben, aufgrund ihres Aufkommens zur Erntezeit, auch Heu- oder
Herbstmilben, genannt. Sie befallen sowohl Hunde oder andere Tiere als auch den
Menschen.
Wie erkennt man Grasmilben bei Hunden?
Normalerweise tolerieren Säugetiere und damit auch Hunde und Menschen die
Haarbalg- oder auch Demodexmilbe. Sie leben als ständige Begleiter in unseren
Haarfollikeln, also dort, wo der Körper Haare bildet. Kommt es aber zu einer
Schwächung des Immunsystems des Hundes, beispielsweise durch Fehlernährung oder
Parasitenbefall, kann dies zu einer explosionsartigen Vermehrung der Demodex-Milbe
führen.
Gerade junge Hunde, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, oder ältere
Vierbeiner, die gesundheitlich nicht mehr auf Hochtouren laufen, sind besonders
gefährdet für solch eine sprunghafte Vermehrung. Sie führt rasch zu einer Demodikose
mit kahlen Hautstellen. Der Haarausfall ist bedingt durch die übermäßige Vermehrung
der Parasiten in den Haarfollikeln.
Symptome eines Milbenbefall
Deutliche Anzeichen eines Milbenbefalls frühzeitig erkennen: Da die Hunde häufig
auch an sekundären bakteriellen Infektionen leiden, können zunächst Pickel, Krusten
und schließlich auch Juckreiz entstehen.
Auch Räudemilben lösen beim Hund starken Juckreiz und Hautveränderungen in Form
von Pickeln, Krusten und Haarverlust aus. Insbesondere Ohrmuscheln, Bauch und
Gliedmaßen sind davon betroen. Befallen Räude- oder andere Ohrmilben die
Ohrmuscheln des Hundes, so bilden sich im Gehörgang vermehrt Ohrenschmalz und
krümelige Sekrete. Da ein starker Milbenbefall zu Schädigungen des Gehörgangs oder
des Trommelfells führen kann, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt oder Tierärztin
aufsuchen.
Übrigens: Was die Räude beim Hund ist, ist die Krätze bei uns Menschen. Bei
Raubmilbenbefall entsteht zudem eine ausgeprägte Schuppenbildung auf dem Rücken.
Grasmilben bevorzugen warme, geschützte Körperstellen. Das sind Hautfalten,
Achselhöhlen oder Ellbogen, aber auch, vor allem bei Hunden, die Ohrmuscheln. Bei
Grasmilben heilen die juckenden Stellen durch die Milbenbisse meist spontan nach
etwa zwei Wochen wieder ab. Auch die Milben verbleiben nicht am Körper, sondern
fallen nach ihrer Mahlzeit wieder ab.
Wie lasse ich Grasmilben beim Hund behandeln?
Untersuche bei der Fellpflege Hund und Hündin und sobald Du hierbei Hautprobleme
und Juckreiz bemerkst, solltest Du in jedem Fall zunächst einen Tierarzt oder eine
Tierärztin aufsuchen. Es bedarf verschiedener Untersuchungen, damit ein Tierarzt einen
Milbenbefall eindeutig einordnen und auf der Grundlage behandeln kann.
Besser nachweisen lassen sich hingegen die nicht ansteckenden Demodexmilben.
Was hilft bei Milbenbefall?
Die meisten Tierärzte und Tierärztinnen behandeln Grasmilben mit
speziellen antiparasitären Wirkstoen. Leidet Dein Hund auch noch unter einer
sekundären bakteriellen Infektion, kann sogar ein antibakterielle Milben-Shampoos oder
sogar Antibiotikum zusätzlich verordnet werden.
„Bei jungen Hunden, die nur sehr wenige kahle Stellen haben, verursacht durch
Demodexmilben, ist eine Behandlung manchmal aber auch gar nicht notwendig.“ Die
Haare wachsen von alleine wieder nach. In diesem Fall handelt es sich um die lokale
Form der juvenilen Demodikose. Eine generalisierte, also ausgeprägte Demodikose bei
Ihrem vierbeinigen Gefährten erfordert hingegen unbedingt Behandlung.
Milbenpräparate
Milbenpräparate sind in verschiedener Form (z. B. Spray, Shampoo, Spot-on-Präparat)
erhältlich. Die Behandlung erfordert etwas Geduld und vor allem Gründlichkeit. In der
Regel musst Du die Anwendungen in kurzen Abständen mehrmals wiederholen, damit
Du die Plagegeister vollständig loswirst.
Es empfiehlt sich, alle Tiere im Haushalt mit zu behandeln, wenn Dein Hund von
ansteckenden Milben geplagt ist. So stellst Du sicher, dass sie sich nicht immer wieder
gegenseitig anstecken. Dazu zählt auch, alle Kissen, Decken und Kuscheltiere zu
waschen, die in Kontakt mit Deinem Vierbeiner kommen.
Milbenbehandlung mit Hausmitteln
Von einer Behandlung mit Hausmitteln ist dann abzusehen, wenn man nicht genau
weiß, welche Milben beim Hund vorliegen. Den Juckreiz lindern kannst Du mit
Teebaumöl oder kühlen Duschen. Bevor Du zur Homöopathie für Hunde greifen, sollten
Sie das unbedingt im Vorhinein mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin abklären und
Dich umfassend beraten lassen. Lässt man bestimmte Milbenarten bei Hunden
unbehandelt, kann dies zu schweren Sekundärerkrankungen führen.
Wie lange dauert es, Grasmilben beim Hund wieder loszuwerden?
Es gibt keinen allgemein gültigen Richtwert für alle Erkrankungen. Jeder Hund und
jede Art von Befall brauchen unterschiedlich lange, um erfolgreich bekämpft zu werden.
Die Behandlung von ansteckenden Milben braucht in der Regel vier bis sechs Wochen,
damit alle Milbenstadien sicher abgetötet werden können.
Bei manchen Hunden könne es aber auch mal etwas länger dauern. Die Behandlung der
generalisierten Form der Demodikose dauere mindestens drei Monate, meistens sogar
länger.
Können die Milben auf mich und meine Familie überspringen?
Nicht nur für andere Hunde kann ein Milbenbefall ansteckend sein. Einige Milbenarten
können sogar vom Hund auf den Menschen übergehen, so auch Raubmilben und
Räude. Hund und Mensch reagieren gleichermaßen auf die Parasiten, obwohl der
Mensch am Ende nur ein „Fehlwirt” für die Milbe ist.
Im Falle einer Pseudokrätze oder Trugräude - wie die vom Hund an den Menschen
übertragene Plage genannt wird - bilden sich auch auf der menschlichen Haut Bläschen,
Pusteln und Krusten. Oft verschwinden die Symptome aber, wenn der Hund in
Behandlung ist.. Dennoch würde ich persönlicheinen Dermatologen oder eine
Dermatologin aufzusuchen, wenn ich bei mir selbst Hautveränderungen oder Juckreiz
feststellen.
