7. April 2026
Mein Hund aus dem Ausland – die ersten Wochen mit meinem Auslandshund
Wenn Du Dich entschieden hast, Deinen Hund aus dem Tierschutz bzw. von einer
Hundevermittlung zu adoptieren, steht Dir eine spannende Zeit bevor. Spannend, weil
Du ein neues Familienmitglied aufnimmst, dessen Geschichte Du nicht oder nur
teilweise kennst und Dir der Hund ja nicht erzählen kann, was er erlebt und wie er dabei
empfunden hat. Spannend, weil Ihr beide euch zunächst mal kennenlernen müsst, um
einander einschätzen und vertrauen zu lernen. Dabei kann es durchaus zwischendurch
auch zu „Spannungen“ zwischen Euch beiden kommen. Sorge Dich nicht, mit viel
Geduld und Spucke, und möglicherweise auch ein bisschen Mut, bekommt Ihr das
sicher hin! Dieser Artikel soll Dir ein erster Ratgeber sein, wie du es dir und deinem Hund
am Anfang möglichst leicht machen kannst. Ich erhebe keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, denn so unterschiedlich die Menschen, ebenso unterschiedlich sind
auch die Hunde und deren gemeinsame Erlebnisse und Geschichten. Ich zähle hier
Trainingstipps auf, die ich in meiner Arbeit als Hundetrainerin alltäglich und besonders
häufig ausspreche. Dieser Ratgeber soll euch über die ersten Tage bis Wochen bringen,
jedoch ersetzt er kein 1:1 Hundetraining mit einem/r erfahrenen Experten/in.
Die ersten Stunden mit meinem Auslandshund
Die ersten Stunden nach der Ankunft im neuen Heim werden unterschiedlich erlebt. Wie
Dein Hund sich verhält, ist abhängig davon, wie er den Schock, plötzlich und quasi
ungefragt in Deiner Wohnung zu sitzen, verarbeitet. Deshalb wird dieser Abschnitt nach
möglichen Verhaltensweisen unterteilt:
Der Hinterherläufer
Viele Hunde suchen sich einen Menschen aus der Familie aus, an dessen Fersen sie
sich heften. Sie empfinden diesen Menschen als Sicherheit. In den ersten Tagen ist das
völlig normal und deshalb sollte es auch vorerst geduldet werden. Dein Hund hat
beschlossen, dass Du oder ein Familienmitglied jetzt der Fels in der Brandung seid und
Du ihm die Welt schon zeigen wirst.
Um die Gefühlswelt deines Hundes etwas besser zu verstehen, biete ich Dir hier ein
kleines Beispiel an: Stell Dir vor, Du kommst als Praktikant in eine neue Firma und
anfangs weißt man Dir keine Abteilung, kein Betreuer und auch keine Aufgabe zu. Du bist
natürlich völlig verwirrt. Um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen, bist Du im
Ausland und alle sprechen eine Sprache die Du nur wenig oder gar nicht kennst.
Logischerweise heftest Du dich an die Fersen des einen Menschen, mit dem Du bisher
am meisten Kontakt hattest. Das kann die Empfangsleitung sein, die Personalleitung,
oder jemand, der Dir die Arbeitskleidung ausgehändigt hat. Wenn Du ein sehr
strategisch veranlagter Mensch bist, beobachtest Du vielleicht auch zuerst und
beschließt, Dich demjenigen anzuschließen, der in der Abteilung, in der Du gerade
stehst, besonders viel zu sagen hat, weil er scheinbar mit vielen Mitarbeitern in Kontakt
steht oder Menschen im respektvoll begegnen und häufig nicken, wenn er (scheinbar)
eine Aufgabe erteilt.
Lange Rede kurzer Sinn, Du suchst Dir jemanden aus, der Dir vertrauensvoll erscheint
und Du orientierst Dich an ihm. Schickt er Dich nicht weg, gibt es Dir Sicherheit, Dich an
ihm orientieren zu können und nach und nach besteht die Möglichkeit, dass er Dich mit
Aufgaben und Informationen vertraut macht. Gönne also Deinem neuen hündischen
Verfolger etwas Zeit, sich seine neue Welt aus Deinem sicheren Schatten anschauen zu
können und schicke ihn nicht sofort wieder weg. Bedenke bitte auch, dass Du ihn die
ersten Tage nicht gleich für längere Zeit als wenige Minuten allein lassen solltest, denn
das könnte seine Welt vorerst ganz schön durcheinander bringen. Wenn er die ersten
Tage hinter Dir her trottet, lass ihn das tun. Gib ihm die Möglichkeit, neben Deinem Bett
zu schlafen, damit er sich nachts sicher fühlen kann. Wenn Du Ruhe, Souveränität und
Entspannung vorlebst, kann Dein Vierbeiner nach und nach auch entspannen. Der
Zeitpunkt, ab dem er sich dann auch abseits von Dir hinlegt, zeigt Dir, dass er nach und
nach etwas ankommen kann. Nun ist wichtig, dass Du ihm Plätze im Haus zuweist, an
denen er sich niederlassen darf. Sinnvoll sind Liegestellen außerhalb der Dreh- und
Angelpunkte deines Hauses. Generell also abseits von Türen, Eingangsbereichen,
Treppenaufgängen, Fluren etc. So kann Dein Hund an den Liegestellen nämlich auch
wirklich zur Ruhe kommen, da er in der Ruhe nicht durch „Durchgangsverkehr“ gestört
werden kann. So machst Du ihm auch ganz nebenbei klar, dass er nicht für den
Bereich „Sicherheit und Kontrolle“ in eurer Familie zuständig ist.
Der Verstecker:
Manche Hunde stehen nach ihrer Adoption so unter Schock, dass sie die neuen Reize in
ihrem neuen Zuhause gar nicht verarbeiten können. Sie verkriechen sich im Badezimmer
unter einem Schrank, im Schlafzimmer unter dem Bett oder an einem anderen, schwer
erreichbaren Ort im Haus. Auch das ist völlig normal und abhängig davon, wie sehr sich
die Umwelt seines vorherigen Lebens von seinem neuen Zuhause unterscheidet und wie
seine Persönlichkeit strukturiert ist.
Wenn Dein Hund also ankommt und sich bei der ersten Gelegenheit verzieht, dann gib
ihm Raum und Zeit, sich etwas zu erholen, langsam aufzutauen und dann nach und
nach zu Dir zu kommen. Wie lange dieser Prozess dauert, kann ganz unterschiedlich
sein. Die meisten Hunde kommen nach 5-7 Tagen von ganz alleine. Andere brauchen
aber auch mehrere Wochen. Es gibt hier keine Faustregel, die besagt, wie lange das
Ankommen dauern kann. Nehmen wir an, Dein Hund hat sich unter den
Badezimmerschrank verzogen und kommt nicht mehr heraus. Bitte lass ihm tagsüber
die Tür offen, sodass er herauskommen kann, wenn er bereit dazu ist. Außerdem kann er
so schon aus seinem sicheren Hafen mit den Alltagsgeräuschen vertraut werden. Bitte
warte aber nicht vor seinem Versteck und buhle nicht darum, dass er herauskommt. Das
macht ihm mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch mehr Angst. Vernünftiger ist es, die
nächsten Tage das Futter nebenbei und ohne ihn anzusprechen nah vorm Schrank
abzustellen, den Raum zu verlassen und ihm die Möglichkeit zu lassen, es sich zu holen,
wenn er bereit dazu ist. Irgendwann wird dein Hund sich lösen müssen und, da er noch
kein Vertrauen zu Dir hat, wird es wohl im Haus passieren. Bitte ärgere Dich nicht
darüber. Wenn ihr erst zueinander Vertrauen habt, können wir an der Stubenreinheit
arbeiten. Bis dahin, wischt Du das Malheur einfach weg (am besten mit Essigwasser
nachwaschen) und kommentierst es nicht weiter.
Wenn Dein Hund sein Versteck dann verlässt, um die Umgebung zu erkunden, gibst du
ihm am Anfang am besten die Möglichkeit, Dich nur von hinten zu betrachten. Zeige ihm
in Hundesprache durch Deine Ignoranz (=Bewusstes Wegdrehen), dass Du mit ihm
keinen Ärger haben willst. Verhalte Dich ruhig. Vermeide hektische Bewegungen und
laute Gespräche. Irgendwann wird Dein neuer Freund wissen wollen, wie das Gesicht
dieses Menschen aussieht, mit dem er da zusammen lebt. Dann wird er mal einen
kleinen Blick zu Dir wagen. Schau ihm auch dann nicht in die Augen, sondern schaue
bewusst an ihm vorbei. Wenn er endlich nahe kommt, um Dich zu beschnuppern,
berühre ihn nicht! Gib ihm mindestens noch drei Tage Zeit, bevor du ihn zum ersten Mal
überhaupt versuchst zu berühren. Gute Möglichkeiten, um dann nach und nach
einander näher zu kommen ist, gemeinsam zu essen. Wenn dein Hund noch immer im
Badezimmer schlafen will, dann wählst du diesen Ort, um die neue Übung zu machen.
Sollte Dein Hund bereits freiwillig auch in anderen Räumen sitzen oder liegen, empfehle
ich Dir den größten Raum, in dem Dein Hund freiwillig verweilt. Dort stellst Du den
Futternapf mit guten Leckereien auf und setzt Dich möglichst weit weg davon auf den
Boden. Dort kannst Du zum Beispiel lesen, oder mit Kopfhörern einen Film auf dem
Handy anschauen. Jedenfalls solltest Du etwas tun, was Dich körperlich in Ruhe hält
und gleichzeitig Desinteressiert erscheinen lässt. Warte ab, ob Dein vierbeiniger Freund
in deiner Gegenwart essen möchte und gestalte für einige Tage die Nahrungsaufnahme
auf diese Art und Weise. Wenn das gut funktioniert, setzt Du Dich an einem neuen
Tag wieder in die Ecke, dieses Mal aber mit dem Napf in der Hand. Am besten befindet
sich werfbares Futter darin. Zum Beispiel Trockenfutter, gekochte Fleischstücke, Nudeln
oder ähnliches. Nun wirfst Du mit möglichst wenig Bewegung deinerseits, das Futter in
die Richtung, in der vorher immer der Napf stand. Nimmt Dein Hund das Futter, wirfst
Du das nächste Stückchen in eine andere Ecke des Raumes. Hat er genug Vertrauen, um
sich das Futter zu holen, variierst Du den Fallort des Futterstückes in den Abständen zu
dir. Mal ist es weiter weg, mal muss Dein Hund schon relativ nah an dich heran. Hier
kannst Du gut erkennen, ab welcher Distanz zu Dir Dein Hund sich nicht mehr sicher
fühlt. Du kannst so lange üben, bis er freiwillig und freudig aus Deiner Hand frisst. Dann
kann man bestimmt auch bald Gassi gehen.
Die ersten Tage und Wochen
Gassi gehen mit meinem Hund aus dem Tierschutz
Die wichtigste Regel vorweg: Für die ersten drei Monate des Zusammenlebens ist es
generell nicht ratsam, den Hund frei laufen zu lassen. Ihr habt noch nicht genug Zeit
gehabt, um nachhaltiges Vertrauen zueinander aufzubauen. Es besteht deshalb
jederzeit die Möglichkeit, dass selbst der mutigste Hund erschrickt, davonrennt und sich
sowie andere in Gefahr bringt. Solange ihr noch keinen Wildkontakt hattet, weißt Du
nicht sicher, wie dein Hund auf Wild reagiert und könnte jagen gehen. Außerdem sollte
der Rückruf immer mindestens acht Wochen lang intensiv geübt werden, bevor man den
Hund frei laufen lässt.
Bevor jedoch überhaupt ein Rückruf geübt werden kann, ist es sinnvoll, vorerst die
Aufmerksamkeit auf den Menschen im Außenbereich zu üben. Die einfachste Übung der
Welt ist Futter für Blickkontakt zu vergeben. Du wartest also beim Spazierengehen
freiwillige und zufällige Blickkontakte deines Hundes ab und belohnst ihn dafür mit einer
besonderen Leckerei. Je nachdem, wie sehr Dein Hund schon Vertrauen gefasst hat,
kannst Du ihn aus der Hand füttern oder den Keks einfach auf den Boden werfen, so,
dass Dein Hund es sehen kann und er darf den Keks vom Boden essen. Wenn Du diese
Übung zwei Wochen lang machst, wirst Du feststellen, dass Dein Hund „fast“ nur noch
Augen für Dich hat und ihr könnt beginnen, weitere Übungen einzubauen.
Andere Menschen kommen zu Besuch…
So ein neuer Hund ist meistens auch für den Freundeskreis und Ihre Verwandtschaft
sehr interessant. Vielleicht hast Du auch Kinder die bereits kaum erwarten können, ihren
neuen vierbeinigen Freund ihren Freunden vorstellen zu dürfen. Generell begrüße ich es,
wenn Hunde mitten im Familienleben sind und deshalb auch fast überall mitkommen
dürfen, wenn die Familie Ausflüge macht oder Besuch bekommt. Dennoch rate ich Dir,
Dich in den ersten Wochen etwas zurückzuhalten. Gib Deinem neuen Familienmitglied
etwas Zeit, sich an die Personen im Haushalt zu gewöhnen und etwas Vertrauen zu
euch zu fassen, bevor Du ihn mit weiteren Menschen und Tieren bekannt machst. Wenn
Du bemerkst, dass der Alltag schon sehr angenehm verläuft und Ihr euch ausreichend
aneinander gewöhnt habt, warte nochmal weitere fünf Tage, bevor Du Besuch
empfängst. So stellst Du sicher, dass auch Dein neuer Hund Zeit hatte, sich routiniert zu
fühlen. Wenn dann der erste Besuch erwartet wird, ist es ratsam bereits gut vorbereitet
zu sein. Wenn es klingelt, bringe zunächst den Hund auf seinen Platz, der natürlich
abseits des Eingangsbereiches und auch nicht direkt neben dem Stuhl, auf dem Du
Deinen Besucher platzieren möchtest, befindet. Dort leinst du den Hund an, damit er Dir
nicht zur Tür folgen kann und gib ihm gerne eine Leckerei, die ihn einige Minuten
beschäftigt (z.B. ein Schweineohr, ein Stück Rinderkopfhaut o.Ä.). Nun holst Du den
Besucher an der Tür ab und geleitest ihn dorthin, wo er sich setzen darf. Bitte den
Besucher vorab, Deinem Hund nicht direkt in die Augen zu sehen und ihn am besten
vorerst links liegen zu lassen. Möglicherweise beschäftigt sich der Hund ohnehin
ausgiebig mit dem Knabberzeug, aber es ist auch möglich, dass er den Besucher
erstmal anbellt. Was auch immer er tut, lasse ihm Zeit und kümmere Dich um Dich und
den Besucher. Bellt er, macht es Sinn, sich zwischen Hund und Besucher zu
positionieren und den Blick Richtung Besucher zu wenden. So vermittelst du dem Hund,
dass Du ihn beschützen willst. Sollte der Besucher nämlich versuchen einen von euch
aufzuessen, würdest Du dafür sorgen, dass der Hund nicht gleich zum „Hot-Dog“ wird.
Wenn sich der Hund vollständig beruhigt hat, seinen Kauartikel aufgegessen hat und
seelenruhig im Körbchen liegt, kannst Du ihn von der Leine befreien. Geht er nun zum
Besucher, ist das gestattet. Bleibt er auf seinem Platz, ist das ebenso erlaubt. Wenn er
den Besucher nun anspringen oder anbellen sollte, bringe ihn sofort und in aller Ruhe
zurück auf seinen Platz und leine ihn wieder an. Zeige Deinem Hund für mindestens die
nächsten dreißig Besucher, dass Du Dich verantwortungsbewusst um die Situation
kümmerst und er in aller Ruhe zusehen kann.
Medizinische Aspekte
Auslandshunde und Krankheiten
In vielen europäischen Ländern gibt es diverse Krankheiten, die häufig durch regional
vorkommende Parasiten oder Insekten auftreten können und deshalb hier seltener oder
bei unseren heimischen Hunden gar nicht auftreten. Da sich die Symptome dieser
Krankheiten aber von Fieber und Niedergeschlagenheit (wie z.B. bei Ehrlichiose) bis hin
zu tödlichem Verlauf bei Nichtbehandlung (z.B. Leishmaniose oder Lungenwürmern)
erstrecken können, soll dieser Abschnitt dazu dienen, ein Bewusstsein für mögliche
Erkrankungen zu schaen. Dabei sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ich keine
Tierärztin bin und deshalb weder Anspruch auf Vollständigkeit der aufgezählten
Erkrankungen erhebe, noch dieser Artikel den tierärztlichen Rat in irgendeiner Weise
ersetzt. Ganz im Gegenteil. Ich möchte Dich dazu ermutigen, nach kurzer
Eingewöhnung, spätestens aber nach den ersten vier gemeinsamen Wochen, einen
Termin beim Tierarzt deines Vertrauens zu vereinbaren und den Hund gut durchchecken
zu lassen.
Je nachdem, woher Dein Hund kommt, sollten z.B. Mittelmeerkrankheiten anhand eines
Bluttests untersucht werden. Viele Hunde, die aus großen Shelters, Perreros oder
Tötungsstationen kommen, leiden an Giardien. Da Giardien so hartnäckig und
hochansteckend sind, ist es sehr ratsam, den Kot des Hundes gleich in der ersten
Woche im neuen Zuhause untersuchen zu lassen, da Du dazu nur den Kot sammeln und
beim Tierarzt zur Untersuchung abgeben musst. Sollte sich herausstellen, dass Dein
Hund mit Giardien infiziert ist, sollte er schnellstmöglich dagegen behandelt werden und
möglichst keinen Kontakt zu anderen Hunden haben.
Häufige Krankheiten
Hier findest Du noch eine Liste, häufig auftretender Krankheiten bei Hunden aus dem
Ausland und deren Überträger. Welche Untersuchungen für Deinen neuen Vierbeiner
vernünftigerweise vorgenommen werden sollten, berätst Du am besten mit deinem
Tierarzt.
Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können:
- Babesiose
- Anaplasmose
- Ehrlichiose
- Borreliose
- Hepatozoonose
Krankheiten, die durch Mücken und Sandmücken übertragen werden:
- Herzwürmer
Krankheiten, die durch andere Tiere, verschmutztes Wasser oder Kot übertragen
werden können:
- Giardien
- Rund- oder Bandwürmer
- Lungenwürmer
Abgesehen von Erkrankungen, die Deinen Hund durch Parasiten und Insekten oder
Hygiene treffen können, gilt es zu bedenken, dass viele Hunde aufgrund ihrer
Vergangenheit Mangel oder Leid erfahren haben. Ein Ernährungsmangel im Welpen und
Junghundalter kann zu nicht unerheblichen Wachstumsschäden führen, die
möglicherweise nicht sofort sichtbar sind. Nicht selten erlebt man, dass Hunde aus
dem Tierschutz Misshandlungen oder Unfälle erlebt haben, die dem Körper beträchtlich
zugesetzt haben. Es gibt Hunde, in deren Rücken sich so viele Schrotkugeln befinden,
dass ein Metalldetektor sofort Alarm schlagen würde, oder die durch Schläge im
Kopfbereich fehlende Zähne bis hin zu schmerzhaften Kieferfehlstellungen erlitten
haben. Deshalb sind röntgenologische Untersuchungen des Gelenkapparates, u.U.
auch in Narkose (z.B. HD-Röntgen) durchaus sinnvoll und haben ihre Berechtigung. Zum
Glück ist das nicht der Regelfall, jedoch kommt es noch vor. Jedoch geht es hier auch
um das Wohlbefinden deines Hundes, und dieses sollte bei der Hinterfragung, ob eine
Untersuchung sinnvoll ist, immer die zentrale Rolle spielen.
