7. April 2026
Borreliose beim Hund: Symptome, Behandlung
Was du über Borreliose wissen solltest und ein paar gute Tipps findest du in diesem
Artikel.
Was ist Borreliose und warum ist sie für Hunde so gefährlich?
Borreliose, auch bekannt als Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit, ist eine bakterielle
Infektion, die sowohl Menschen als auch unsere vierbeinigen Freunde betreen kann.
Oft zeigen sich die ersten Symptome erst Monate nach einer Infektion, und manchmal
sind sie nicht sofort eindeutig zu erkennen. Deshalb ist es besonders wichtig, bei
Verdacht auf eine Borreliose schnell einen Tierarzt aufzusuchen – so kannst du deinem
Hund bestmöglich helfen.
Wie steckt mein Hund sich an?
Eine infizierte Zecke überträgt die Krankheit durch einen Stich, meist erst nach etwa 16
bis 24 Stunden. Dabei gelangen die Erreger, sogenannte Borrelien, in den Blutkreislauf
deines Hundes und können sich im Körper ausbreiten. Je nachdem, in welche Organe
sie gelangen, können unterschiedliche Symptome auftreten. Da diese Anzeichen auch
bei anderen Krankheiten vorkommen können, ist es manchmal schwierig, die Borreliose
sofort zu erkennen.
Ist die Krankheit ansteckend?
Keine Sorge: Borreliose ist nicht ansteckend zwischen Hunden oder vom Hund auf den
Menschen. Die Zecke, die die Infektion verursacht hat, kann allerdings auf andere Tiere
oder Menschen wechseln und sie ebenfalls infizieren.
Wie hoch ist das Risiko?
In Deutschland tragen etwa 30 % der Zecken die Borrelien-Bakterien – das klingt erstmal
beängstigend. Aber keine Panik: Nicht bei jedem Zeckenstich wird die Krankheit
übertragen. Und selbst wenn dein Hund infiziert ist, bricht die Krankheit nicht immer
aus, weil sein Immunsystem die Bakterien oft selbst bekämpfen kann.
Was kannst du tun?
Nach jedem Spaziergang solltest du deinen Hund gründlich auf Zecken kontrollieren und
sie sofort entfernen, falls du eine findest. So kannst du das Risiko einer Infektion
deutlich verringern und deinem treuen Begleiter den bestmöglichen Schutz bieten.
Verlauf der Borreliose – was du wissen solltest
In den ersten Wochen nach einer Infektion zeigt Dein Hund oft keine Symptome. Das ist
besonders tückisch, weil die Krankheit dadurch oft viel zu spät erkannt wird. Deshalb ist
es so wichtig, das Verhalten Deines Hundes nach einem Zeckenstich genau im Blick zu
behalten, um ihm schnell helfen zu können. Bei manchen Hunden tritt nur selten die
sogenannte Wanderröte auf – eine runde Rötung um den Stich herum, die sich mit der
Zeit ausbreitet. Leider passiert das nicht bei jeder Infektion, und unter dem Fell deines
Vierbeiners ist sie schwer zu erkennen. Erst nach mehreren Monaten können erste
Anzeichen einer Entzündung sichtbar werden. Besonders Muskel- und
Gelenkschmerzen sind typisch. Du merkst das daran, dass Dein Hund sich weniger
bewegt, eventuell nach längerem Liegen humpelt oder die großen Gelenke wie
Ellenbogen und Knie geschwollen und schmerzempfindlich sind. Es ist hilfreich,
regelmäßig die Lymphknoten Deines Hundes abzutasten. Wenn sie unterhalb der Ohren,
im Unterkiefer, in der Achselregion, vor dem Schulterblatt oder in der Kniekehle
geschwollen und schmerzhaft sind, könnte das auf eine Borreliose hindeuten. Ein
weiteres mögliches Symptom ist Fieber. Eine Körpertemperatur über 39 Grad Celsius
solltest Du ernst nehmen. Auch das Verhalten Deines Hundes kann sich deutlich
verändern: Er wirkt plötzlich antriebslos, lustlos und zeigt weniger Interesse am Spielen
oder Spazierengehen. Müdigkeit und Schlappheit sind häufig, und manchmal frisst er
weniger oder verweigert sogar die Nahrung. Das Leitsymptom ist oft eine Lahmheit, die
an einer oder mehreren Gliedmaßen auftritt. Diese kann auch wechseln – zum Beispiel
hat Dein Hund an einem Tag Probleme mit dem linken Vorderbein, am nächsten Tag an
einem anderen Bein. Selten können auch Herzprobleme, Nierenbeschwerden oder
Beschwerden an der Wirbelsäule auftreten. Bei letzterem zeigt Dein Hund vielleicht
einen „Katzenbuckel“. Diese Symptome treten nur auf, wenn die Bakterien auch diese
Organe angreifen, was eher selten ist. Insgesamt schwächt die Borreliose das
Immunsystem deines Hundes, sodass auch andere Krankheiten leichter auftreten
können.
Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Symptome:nn- Muskel- und
Gelenkschmerzen
- Lahmheit an verschiedenen Gliedmaßen
- Fieber
- Geschwollene Lymphknoten
- Schmerzen in den Gelenken
- Schlappheit und Müdigkeit
- Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit
- Appetitlosigkeit oder Futterverweigerung
- Veränderungen im Wesen des Hundes
- Beschwerden an der Wirbelsäule („Katzenbuckel“)
- Schwächung des Immunsystems
- Seltene Herz- oder Nierenerkrankungen
Wenn Dein Hund nach einem Zeckenstich eines oder mehrere dieser Symptome zeigt,
solltest du unbedingt schnell einen Tierarzt aufsuchen! Die Beschwerden treten oft in
Schüben auf, das heißt, es gibt Phasen, in denen Dein Hund wieder beschwerdefrei ist.
Da die Symptome unspezifisch sind und auch bei anderen Krankheiten auftreten
können, ist es wichtig, aufmerksam zu sein und im Zweifel lieber frühzeitig den Tierarzt
zu konsultieren.
Wie sicher ist die Diagnose Borreliose beim Tierarzt?
Der Tierarzt kann eine Borreliose leider nicht immer zu 100 % bestätigen.
Das liegt daran, dass viele andere Krankheiten ähnliche Symptome hervorrufen können.
Deshalb muss zunächst ausgeschlossen werden, ob Dein Hund an anderen
Erkrankungen leidet, bevor die Behandlung gegen Borreliose beginnen kann. Diese
Vorgehensweise nennt man auch Dierenzialdiagnose. Welche anderen Ursachen
könnten die Symptome haben? Lähmungserscheinungen könnten zum Beispiel durch
Arthrose oder eine Hüftfehlbildung verursacht werden. Neurologische Probleme
könnten auf eine Hirnhautentzündung hindeuten. Auch Herzmuskelentzündungen oder
Nierenerkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Was ist mit dem Bluttest?nnEin
Bluttest kann zeigen, ob im Blut Deines Hundes Borrelien-Antikörper vorhanden sind.
Allerdings bedeutet das nicht immer, dass Dein Hund aktuell an Borreliose leidet. Denn
die Antikörper können noch Jahre nach einer Infektion im Blut sein, auch wenn Dein
Hund die Krankheit bereits erfolgreich bekämpft hat und keine Symptome zeigt.
Außerdem können Ko-Infektionen – also andere Krankheiten, die durch dieselbe Zecke
übertragen werden, wie Babesiose, FSME oder Anaplasmose – die Symptome verstärken
und den Krankheitsverlauf erschweren. Warum ist das so kompliziert? Weil sich die
Symptome der Borreliose und der Begleiterkrankungen überlappen können, ist die
Diagnose manchmal schwierig. Das macht die Behandlung komplexer und erfordert
eine genaue Abklärung durch den Tierarzt.
Wie läuft die Behandlung ab?
Eine Behandlung gegen Borreliose kann nur starten, wenn alle anderen Krankheiten
ausgeschlossen wurden. Falls der Tierarzt noch unsicher ist, wird er Deinem Hund auf
Verdacht Antibiotika gegen die Borrelien geben. Wenn sich die Beschwerden nach
einigen Tagen bessern, ist das ein gutes Zeichen, dass die Diagnose stimmt, und dein
Hund kann die Behandlung fortsetzen.
Die Therapie ist langwierig und kann mehrere Monate dauern. In der Regel werden
Antibiotika etwa einen Monat lang verabreicht, und je nach Besserung wiederholt man
die Behandlung alle drei Monate, insgesamt vier- bis fünfmal.
Was kannst du während der Behandlung tun?
Der Tierarzt wird deinem Hund möglicherweise auch schmerzlindernde,
entzündungshemmende oder homöopathische Medikamente empfehlen, um die
Beschwerden zu lindern. Wichtig ist, dass dein Hund während der Behandlung viel Ruhe
bekommt und keinen Sport treibt, damit seine Gelenke geschont werden.
Was kannst du zusätzlich tun?
Da Antibiotika manchmal Magenbeschwerden verursachen, kannst Du Deinem Hund
Probiotika wie Joghurt, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren geben, um seine
Verdauung zu unterstützen.
Ist eine vollständige Genesung möglich?
Ja, das ist möglich! Allerdings sind Borrelien, die sich in den Gelenken festgesetzt
haben, manchmal hartnäckig. Das kann dazu führen, dass es zu Rückfällen kommt, die
dann erneut mit Antibiotika behandelt werden müssen. Trotzdem kann Dein Hund nach
der Behandlung oft mehrere Jahre beschwerdefrei sein und sich kerngesund fühlen –
und das ist doch das Wichtigste, oder?
Und was ist nach der Genesung?
Die Lebenserwartung deines Hundes wird durch die Behandlung nicht eingeschränkt.
Trotzdem ist es wichtig, Borreliose vorzubeugen, denn auch nach einer erfolgreichen
Therapie ist dein Hund nicht immun gegen die Krankheit. Regelmäßige
Zeckenprophylaxe ist also weiterhin unerlässlich.
